Dank Arbeitsgedaechtnistraining fit fuer die Schule: Teil I

Serie Teil 1:   Dank Arbeitsgedächtnistraining fit für’s Gymnasium ( Update 22.2.2019 )

Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG, Master of Mathematics UZH

Bereits nach der Grundschule stehen Eltern, Schüler und Lehrer zum ersten Mal vor der Entscheidung, welche Schule in den nächsten Jahren besucht werden soll. Für den faulen Karl, der nie Lust hat, seine Hausaufgaben zu machen und dessen Zensuren eher bescheiden sind, könnte die Realschule erste Wahl sein, oder? Lisa dagegen, ein fleißiges Mädchen, das leider an einer Lese- und Rechtschreibschwäche leidet, könnte einen Versuch auf der Sekundarschule wagen. Jonathan, der absolute Musterschüler, muss aber unbedingt das Gymnasium besuchen, damit er später einmal Jura studieren kann. Klingt ja eigentlich ganz logisch. Aber ist solch eine „stupide“ Einteilung wirklich sinnvoll? Tun wir den Kindern damit – also mit einem solchen Schubladendenken – wirklich einen Gefallen? Und gibt es nicht vielleicht einen Weg, die schulischen Leistungen durch ein Arbeitsgedächtnis-Training zu fördern und zu verbessern? Am Ende dieses Artikels werden wir schlauer sein…

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Bekannte Psychologen sind der grundsätzlichen Ansicht, dass die Potentiale von Schülern in der Schweiz, Deutschland und Oesterreich nicht gänzlich ausgeschöpft werden, vor allem, wenn es um die mentale Leistungsfähigkeit geht. In Studien konnte dann herausgefunden werden, dass ein gezieltes Arbeitsgedächtnis-Training die kognitiven Fähigkeiten von Schülern enorm steigern kann. Das wiederum heißt, dass es wenig Sinn macht, uns auf unserer „vorhandenen Intelligenz“ auszuruhen. Vielmehr sind wir beziehungsweise unsere Kinder und Enkelkinder mal wieder selbst gefordert.

 


Spannend sind ja die Untersuchungsergebnisse, dass schweizerische Menschen seit den Anfängen der Intelligenz-Messung bis in die 80er Jahre hinein immer intelligenter wurden. Dann passierte jedoch etwas Seltsames: die stetige Erhöhung der Intelligenz endete und die Werte stagnierten auf einem gleichbleibenden  Niveau. Zum Ende der 90er Jahre kam es sogar so weit, dass die Ergebnisse der Intelligenztests im Durchschnitt immer niedriger wurden. Wurden und werden die Menschen etwa immer dümmer? Und wenn ja, warum?

Um hierauf genauer eingehen zu können, müssen wir die Intelligenz – die eher ein kognitives Leistungsniveau als das Anhäufen von Fakten/ Wissen beschreibt – in zwei Lager teilen: die fluide Intelligenz sowie die kristalline Intelligenz. Im kristallinen Bereich finden wir das eben genannte Wissen, also alles, was wir gelernt und in unserem Oberstübchen abgespeichert haben. Der fluide Intelligenz ist eher für spontane Entscheidungen, für intuitive Handlungen oder schlussfolgerndes Denken zuständig.

Wichtig: Ohne fluide Intelligenz keine geistige Leistung! Und je größer die flüssige Intelligenz, desto schneller und einfacher ist die Abspeicherung von neuem Wissen!

Nicht nur in der Schweiz, sondern auch im europäischen Ausland, werden immer wieder Intelligenztests durchgeführt. Hier wird vor allem die Fähigkeit der fluiden Intelligenz festgestellt. Seit den 90er Jahren geht sie – durchschnittlich auf die Bevölkerung betrachtet – eher zurück. Eigentlich müsste man ja davon ausgehen, dass durch die vielen modernen technischen Hilfsmittel die Intelligenz gesteigert werden müsste. Doch leider sieht die Realität anders aus.

Die Frage ist nur, woher dieses Absinken der Durchschnittswerte kommt? Fest steht, dass sich unser biologischer Bauplan in den letzten Jahrzehnten kaum verändert haben kann. Natürlich gibt es die Evolution und einige ihrer „Experimente“ gehen auch schief, aber so schnell werden die Dinge auf unserem Planeten einfach nicht verändert. Also müssen die Gründe irgendwo außerhalb des menschlichen Körpers zu finden sein: in der Lebensweise! Den guten alten Fernseher gibt es noch nicht seit Ewigkeiten und zu seinen Anfängen konnten sich eh nur die betuchteren Menschen einen solchen leisten. Heute gehört er zur Grundausstattung eines jeden Haushaltes, oft auch in mindestens doppelter Ausführung.

Unserem Gehirn tun wir mit Zeit vor der Flimmerkiste aber leider gar keinen Gefallen. Es wird in dieser Zeit einfach nicht benutzt. Ein weiterer Grund die sinkende Intelligenz ist der Bewegungsmangel. Wie bequem es doch ist, überall mit dem Auto hinzufahren. Aber leider nicht wirklich gesund, auch nicht für das Oberstübchen. Bei Bewegung wird nämlich die Neurogenese aktiviert, also die Neubildung von Gehirnzellen! Ja, richtig gelesen. Bewegung bringt Wachstumshormone, diese regen die Zellbildung an und wenn wir diese neuen Zellen dann auch noch benutzen und dadurch Synapsen zu anderen Gehirnzellen oder Neuronen bilden, wird unser Gehirn leistungsfähiger. Ähnliches gilt für Fast Food. Lecker und in Maßen auch in Ordnung. Aber auf Dauer alles andere als gesund!

Übertragen wir das ganze Mal auf den Schulalltag. Lehrer sehen täglich unzählige Schüler. Sie beurteilen – mehr oder weniger objektiv – die mündliche Beteiligung der Schüler und lassen sie in regelmäßigen Abständen Klausuren schreiben, um anhand der Zensuren zu sehen, wie der Leistungsstand eines jedes Einzelnen aussieht. Allerdings geht das Denken einiger Lehrer – nicht aller, das muss an dieser Stelle erwähnt werden – nicht weit darüber hinaus. Oder fallen Ihnen spontan mehrere Lehrer aus Ihrer eigenen schulischen Laufbahn oder der Ihrer Kinder ein, die sich wirklich mit dem Thema „Lernen“ beschäftigt haben? Wahrscheinlich nicht, denn meist wird einfach nur der Stoff aus dem Lehrplan von A bis Z abgearbeitet. Die Wichtigkeit vom Zusammenhang der mentalen Fähigkeiten mit dem körperlichen Fitness-Level wird meist vollkommen ignoriert. Genau so die Tatsache, dass Lernen nur möglich ist, wenn der Kopf auch wirklich aufnahmefähig ist. Aber: ich möchte hier eine Lanze für die Lehrerinnen und Lehrer brechen. Die Forschung beschäftigt sich noch nicht allzu lange mit den Strukturen und der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Und im Studium des Lehramts werden solche Inhalte – wenn überhaupt – nur am Rande mal erwähnt. Woher sollen sie es also wissen?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und informieren sie sich völlig unverbindlich über die Verbesserungsmöglichkeiten ihrer Tochter oder Sohnes.

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Die Gesellschaft für Gehirntraining (kurz: GfG) hat sich dieser Thematik angenommen und ein Programm entwickelt, um die mentale Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern zu verbessern. Dieses galt es natürlich auch zu überprüfen, denn erfinden und entwickeln kann man ja viel, wenn der Tag lang ist. Hierzu wurde das Trainingsprogramm an über 500 Schülerinnen und Schülern getestet. Verschiedene Schulformen wurden dabei berücksichtigt, sodass an Grund- und Berufsschulen sowie an Gymnasien Untersuchungen stattfanden.

Das Ergebnis: über einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum wurde die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler durch das gezielte Arbeitsgedächtnis-Training um bis zu 52% verbessert. Wahnsinn!

Grundlage für die Untersuchung war ein einheitlicher Test über die Arbeitsspeicherkapazität. Hier wurde festgestellt, in welcher Geschwindigkeit eingehende Informationen aufgenommen werden konnten (Informations-Verarbeitungs-Geschwindigkeit kurz:  IVG) und wie viele Informationen gleichzeitig zur Weiterverarbeitung bewusst abgerufen werden konnten (Merkspanne).

Zuvor ging es ja um die wesentliche flüssige Intelligenz. Sicherlich fragen Sie sich gerade, was nun die Arbeitsspeicherkapazität mit der fluiden Intelligenz zu tun hat? Es ist ganz einfach: die Arbeitsspeicherkapazität ist die Grundlage für die flüssige Intelligenz. Ein guter Arbeitsspeicher sorgt für vielfältige logische Denkvorgänge, zum Beispiel Gemeinsamkeiten erkennen oder alte und neue Informationen miteinander verknüpfen. Stellen Sie sich mal vor, wie schrecklich das wäre, wenn diese Verknüpfung nicht stattfinden könnte. Wenn Dinge, die sich ändern, plötzlich doppelt in unserem Kopf wären. Und zwar auf zwei unterschiedliche Arten. Wenn wir zum zweiten Mal verheiratet sind, hätten wir dann stets zwei Daten des Hochzeitstages im Kopf. Weil das Gehirn nicht zwischen erster und zweiter Ehe unterscheiden könnte. Zugegeben, das ist gerade ein sehr abstraktes Beispiel. Aber ich denke, Sie wissen was ich meine.

Ganz wichtig an dieser Stelle und wissenschaftlich eindeutig bewiesen: sowohl die Leistungsfähigkeit der fluiden Intelligenz als auch die der Arbeitsspeicherkapazität sind veränderbar! Auch durch äußere Umstände wie einer starken Ablenkung durch andere Dinge oder auch Müdigkeit.

Müdigkeit und Wachheit sind auch die zentralen Punkte, wenn wir den Blick wieder auf die Schule richten. Haben Sie schon mal versucht, etwas zu lernen, als Sie total müde waren? Bestimmt! Und ganz bestimmt war es wenig erfolgreich. Das ist bei Schülerinnen und Schülern absolut nicht anders. Hierauf sollten die Lehrer vielleicht mal ein bisschen mehr Rücksicht nehmen und kurze und knackige „Aufwach-Übungen“ durchführen. Ja, davon gibt es eine ganze Menge. Eine davon sieht so aus:

Frühstückne win nie Koeig

Wnr frühstückt, ist lnistuegsfähignr ie Schuln, Studium ued Bnruf. Vollkorebot nethält michlich komplnxn Kohlnehydratn, din das Gnhire übnr läegnrn Znit koetieurinrlich mit Nengrgin vnrsorgne.

Quelle: GfG

Sieht auf den ersten Blick so aus, als wäre der Schreiber betrunken gewesen. Aber ich bin mir sicher, Sie können es trotzdem ganz gut lesen, oder? Jedoch brauchen Sie etwas mehr Konzentration. Fühlen Sie sich schon fitter?

Kritiker könnten nun das Argument bringen, dass überhaupt keine Zeit für solche „Spielchen“ im Unterricht zu finden ist. Natürlich. Der Stoff wird immer mehr und die Geschwindigkeit, in der er sitzen muss, immer schneller. Aber darf das wirklich als Argument zählen? Wenn wir unseren Schülern das Leben mit solchen Kleinigkeiten so viel einfacher machen würden? Man könnte es ja auch mit dem allgemeinen Lehrstoff verbinden. Zum Beispiel mit einem Buchstaben-Sammelsurium, aus denen die SchülerInnen die Namen aller schweizer Kantone legen müssen. Oder pantomimisch Aufgaben lösen. Oder, oder, oder…

Da das menschliche Gehirn das wohl komplexeste aller Zeiten ist, braucht es (leider?) auch ein komplexes Trainingsprogramm. Wäre ansonsten ja auch viel zu einfach. Dabei sollten fünf zentrale Bausteine in der Schule beachtet werden, um eine größtmögliche Aktivierung der „hirnischen Areale“ zu erreichen.

Die folgende Übung fördert die fluide Intelligenz exzellent und ist einfach durchführbar:

Die Teilnehmer stehen auf einem Bein und lösen gleichzeitig folgende kognitiven Aufgaben.:Bildschirmfoto 2014-03-31 um 11.09.18

  • Rechenaufgaben wie 6-ner Reihe bis 200 aufzählen, oder Primzahlen von 2-99
  • Berge aufzählen, die mit S beginnen
  • Wörter rückwärts buchstabieren
  • Aufzählen von Sportarten, Tiere, etc.

Das Ganze kann im Schwierigkeitsgrad erhöht werden, wenn man als Stehunterlage ein bewegliches Luftkissen verwendet oder auf einem Mini-Trampolin ausführt!

 

  1. Brainfood

Ein gesundes Hirn braucht gesunde Energie! Eine ganze Reihe von mehrkettigen Kohlenhydraten (vor allem in Vollkornprodukten zu finden), Eiweißen und Fetten tun unserem Gehirn richtig gut. Und nicht vergessen: viel trinken! Das Gehirn besteht aus sehr viel Wasser und dieser „Speicher“ sollte stets gefüllt sein.

  1. Sehen und Hören

Nur, wer die Informationen gut sieht und gut hört, kann sie vollständig aufnehmen. Deshalb sollten die Lehrer bei der Sitzordnung darauf achten, dass beeinträchtigte Kinder in der ersten Reihe sitzen.

  1. Wach werden

Die kleinen Aufwachspielchen, von denen bereits die Rede war, sollten fester Bestandteil des Unterrichts werden. Nur ein wacher Geist ist ein fitter Geist.

  1. Bewegen

Still sitzen? Nicht nur für Kinder eine Qual und für das Gehirn auch nicht förderlich. Und wen stört es, wenn eine Schülerin Blümchen malt, während sie aufmerksam zuhört? Und was ist gegen Kaugummi kauen einzuwenden, solang nicht lauthals geschmatzt wird? Genau! Gar nichts! Der Bewegungsfreiraum im Unterricht ist eh stark eingeschränkt, da sollten doch zumindest solch kleinen Dinge drin sein.

  1. Motivation

Ja, zum Lernen sollte man motiviert sein. Sonst macht es keinen Spaß  und bringt nicht wirklich viel. In der Visual- und Motivationspädagogik geschieht dies z. B. über Entspannungsübungen. Eine nachahmenswerte Idee!

Auch hier schaute die Gesellschaft für Gehirnforschung genauer hin. An einigen Gymnasien sollte untersucht werden, inwieweit sich die fünf genannten Bausteine auf die Leistungsfähigkeit der SchülerInnen auswirken würde. Natürlich dauerte es eine Weile, bis die Maßnahmen Anklang fanden und auch wirklich fester Bestandteil des Unterrichts waren. Aber die Erfolge waren nicht zu verachten. Die Arbeitsspeicherkapazität verbesserte sich. Die älteren Schülerinnen und Schüler schafften das sogar ohne konkrete Hilfestellungen und arbeiteten sehr selbstständig, anstatt im Frontalunterricht nur zuzuhören.

Wie wichtig die Arbeitsspeicherkapazität in Bezug auf die Zensuren ist, hat unter anderem ein Psychologe aus Madrid belegt. Ihm zufolge hängen die Zensuren zu mehr als 60% von der persönlichen Arbeitsspeicherkapazität ab. Ja, richtig gehört! Die verwendeten Lerntechniken spielen also nur eine untergeordnete Rolle.

Fazit:

Deshalb sollte sich am gesamten Schulsystem etwas ändern: Und zwar folgendes:

  • – Training im Bereich der Ernährung und Bewegung müssen fester Bestandteil der Schule werden.
  • – Bewegungen im Unterricht müssen zugelassen werden, auch oder gerade wenn sie niemanden anderen stören.
  • – Aktivierungsaufgaben sollten regelmäßig durchgeführt werden.
  • – Die Seh- und Hörfähigkeit der Kinder müssen regelmäßig überprüft werden, um darauf im Unterricht eingehen zu können.

Eigentlich alles gar nicht so schwer, oder? Ein kleiner Schritt für Lehrer, eine große Unterstützung für die Schüler. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere SchülerInnen ein gut funktionierendes Arbeitsgedächtnis und eine hohe Arbeitsspeicherkapazität haben. Dann lernen sie. Dann werden sie erfolgreich. Die heutigen Kinder werden unsere Zukunft sein!

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Brillant im Kopfrechnen mit Gehirntraining

Kopfrechnen

In Teil 1 haben wir die Grundlagen des Kopftrainings erarbeitet. Du weißt, welche Vorteile Kopfrechnen für Dein Arbeitsgedächtnis – aber auch für Deinen Alltag – bringt, wieso man das öfter machen sollte und welche Vorteile es Dir generell bringt.

In Teil 2 wollen wir nun auf einige typische Tricks eingehen, die Dir das Kopfrechnen einfacher machen.

Beachte, dass spätestens am 01.03.2019 ein mehrteiliger Lehrgang zum Kopfrechnen startet, der Dir große Vorteile in Schule, Studium und Beruf bringen wird.

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Einige häufige Rechentricks möchte ich Dir gerne aufzeigen. Auch im Lehrgang „Kopfrechnen“ werden viele Beispiele und Kopfrechenübungen gezeigt und eintrainiert, aber es soll heute schon aktiv losgehen mit der Rechnerei.

Kopfrechen-Tipp 1: Addition mehrerer Zahlen

Sehen wir uns zur Verdeutlichung folgende Aufgabe genauer an:

17 + 9 +15 + 81 + 23 + 25 = ?

Um möglichst schnell zu einem Ergebnis zu kommen, sollten wir damit beginnen, möglichst sinnvolle Gruppen zu finden, die möglichst einfache Summen ergeben:

17 + 23 = 40

9 + 81 = 90

15 + 25 = 40

Macht summa summarum: 170! Ganz genau!

KopfrechnenDie oben stehenden Zahlen kann wirklich jeder innerhalb von kurzer Zeit im Kopf zusammen rechnen. Die Aufgabe, die zunächst so erscheint, als müsste man sofort den Taschenrechner zücken, ist auf einmal ganz einfach. Durch die Bildung einfacher Gruppen. Fast so schön wie Zauberei, oder?

Noch eine Aufgabe zur Übung, diesmal etwas komplizierter mit Addition und Subtraktion:

19 – 15 + 11 + 35 – 19 + 44 = ?

Auch hier funktioniert es genauso, mit der Bildung sinnvoller Gruppen:

19 – 19 = 0

-15 + 35 = 20

11 + 44 = 55

Ergebnis: 75!

Durch ein regelmäßiges Gehirntraining und Kopfrechenübungen (z.B. mit entsprechenden Arbeitsblättern) wird es Dir immer leichter fallen, sinnvolle Zweiergruppen zu bilden und Dinge schnell auszurechnen!

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Kopfrechen-Tipp 2: Subtraktion von Zahlen

Bei der Subtraktion geht es ebenfalls einfach darum, sich die Aufgabe so einfach wie möglich zu machen. Beispiel:

2768 – 2713 = ?

Die Zahl „2700“ ist in beiden Zahlen vorhanden. Also können wir sie einfach „wegkürzen“. Dann hieße die Aufgabe nur noch 68 – 13! Das bekommt jeder im Kopf hin, oder?

Die Lösung lautet: 55!

 

Kopfrechen-Tipp 3: Einfache Multipikationen

An dieser Stelle werde ich Dir zur Einführung einfache Beispiele zeigen. Detaillierter geht es dann im Lehrgang „Kopfrechnen“ von Statten.

Multiplikation mit 11: Stell Dir vor, Du sollst folgende Aufgabe im Kopf lösen:
43 * 11 = ?

Nein, auch hier brauchst Du wieder keinen Taschenrechner. Rechne einfach 10*43 (macht 430) und rechne 43 hinzu.

Macht summa summarum: 473!

Aber es gibt noch einen besseren und schnelleren Weg! Wir bleiben bei der eben genannten Aufgabe: Zuerst rechnest Du die beiden Ziffern der ersten Zahl zusammen (4+3=7), dann stellst du das Ergebnis dieser Berechnung (7) in die Mitte der beiden Ziffern (43) – 4 7 3! Sei ehrlich, das geht schon fast als Zaubertrick durch!

3er Gruppentrick: Klingt zunächst kompliziert, ist es aber gar nicht. Wir nähern uns an mit einem Beispiel:

7238 x 3 = ?

Teile die Zahl in mehrere Segmente:
7 / 23 / 8 und rechne alle mal drei. Heraus kommt:

21 / 69 / 24 – die Zehner der letzten Zahl addierst/überträgst Du zur mittleren Zahl:

21 / 71 / 4

Fertig ist das Ergebnis: 21.714! Nimm ruhig den Taschenrechner und kontrollier es!

Noch ein Beispiel:
2.341.171 x 3 = ?

23 / 41 / 17 /1 – alles mal drei!

69 / 123 / 51 / 3 – die Hunderter der zweiten Zahl zur ersten Zahl:

70 / 23 / 51 /3fertig: 7.023.513

 

5er Gruppentrick: Bitte glaub mir, es ist alles eine Frage der Übung und mit jeder Aufgabe wird es Dir leichter fallen. Los geht’s:
34.564 x 5 = ? Teile die große Zahl wieder in Gruppen:

34 / 56 / 4! Teile jede Zahl durch zwei:

17 / 28 / 2! Füge eine 0 hinzu:

172.820. Fertig!

Zur Erklärung: Zahl * 5 = (Zahl x 10) : 2… Ganz logisch!

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Wenn die Zahl gerade ist, geht es noch schneller: (Zahl : 2) x 10. Beispiel gefällig?

84.424 x 5 = ? Gruppen bilden:

844 / 24 beide durch zwei teilen

422 / 12 und eine 0 hinten dran

Ergebnis: 422.120

 Kopfrechnen

Kopfrechen-Tipp 4: Addition und Subtraktion mit Brüchen

Erinnerst Du Dich an den „gemeinsamen Nenner“? Den kannst Du an dieser Stelle vergessen, obwohl Du mit Brüchen zu tun hast. Es geht auch viel einfacher, mit der Schmetterlingsmethode. Also, pass auf…

3/4 + 1/2 = ?

Wir multiplizieren über Kreuz: 3 x 2 = 6 und 4 x 1 = 4.

Wir rechnen die Ergebnisse zusammen und erhalten den Zähler: 6 + 4 = 10

Wir multiplizieren die Nenner, um den Nenner zu erhalten: 4 x 2 = 8

Zähler: 10, Nenner: 8.

Also 10/8! Das können wir noch kürzen und erhalten 5/4.

 

Wir üben weiter: 7/10 – 2/7 = ?

Überkreuz-Multiplikation: 7 x 7 = 49 und 10 x 2 = 20

Wir subtrahieren die Ergebnisse: 49 – 20 = 29 (Zähler)

Nenner-Multiplikation: 10 x 7 = 70 (Nenner)

Ergebnis: 29/70

 

Eine Aufgabe geht noch: 7/10 – 2/15 = ?

7 x 15 – 1 x 2

105 – 20 = 85 (Zähler)

10 x 15 = 150 (Nenner)

Ergebnis: 85/150 – gekürzt mit 5: 17/30!

Kopfrechnen

Kopfrechen-Tipp 5: Teilbarkeitsregeln

Dividieren sieht am Beginn immer besonders kompliziert aus. Ist es aber nicht, versprochen. Erinnere Dich bitte an die Gruppentricks zurück. Diese kommen hier auch zum Einsatz.

611.124 : 3 = ?

Wir teilen in sinnvolle Gruppen, die man durch drei teilen kann:

6 / 111 / 24 – jede Gruppe teilen wir durch drei, füllen mit 0 auf, damit die Anzahl der Ziffern einer Gruppe gleich bleibt:

2 / 037 / 08

Fertig ist das Ergebnis: 203.708

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Um in sinnvolle Dreiergruppen aufzuteilen, musst Du Dir eigentlich nur eine zentrale Regel merken: Eine Zahl ist durch drei teilbar, wenn die Quersumme (Summe aller Ziffern) durch drei teilbar ist! Ist die Zahl einer Gruppe durch drei teilbar, ist es auch die gesamte Zahl!

Möchtest Du nun große Zahlen durch 2, 4, 5 ,6 8 ,9 teilen, solltest Du Dir folgende Teilbarkeitsregeln ebenfalls einprägen. Eine Zahl ist teilbar durch

  • 2, wenn die Zahl mit einer geraden Ziffer endet
  • 4, wenn die letzten beiden Ziffern (zusammen) durch vier teilbar sind
  • 5, wenn die Zahl mit einer 0 oder einer 5 endet
  • 6, wenn die Zahl gerade und durch drei teilbar ist
  • 8, wenn die letzten drei Ziffern (zusammen) durch acht teilbar sind. Übrigens: ist eine Zahl nicht durch vier teilbar, kann man sie auch nicht durch acht teilen
  • 9, wenn die Quersumme durch neun teilbar ist.

Na, schon auswendig gelernt? Dann überprüfe doch bitte mal die folgenden Zahlen darauf, durch welche Zahlen man sie teilen kann:

  1. a. 2642
  2. b. 114
  3. c. 344
  4. d. 355
  5. e. 132
  6. f. 5248
  7. g. 963

Die Lösungen findest Du ganz am Ende des Artikels!

Im Lehrgang „Kopfrechnen“ lernst Du dann auch die Teilbarkeitsregeln für 7, 11, 13… Es bleibt also spannend!

Außerdem gehe ich davon aus, dass wir es hier mit einer Menge aufmerksamer Beobachter zu tun haben. Du hast also bestimmt schon gemerkt, dass Kopfrechnen ein mehr als aktives und adaptives Gehirntraining ist. Für interessierte Leseratten sei diesen Artikel hingewiesen.

Ich bin mir nicht sicher, ob Dein Kopf nun raucht oder ob Du schon ganz süchtig bist auf viele weitere Rechentricks! Fest steht aber, dass Deine grauen Zellen soeben ganz schön in Schwung gekommen sind. Dein Gehirn ist nun quasi aufgewärmt. Worauf wartest du also noch? Werde zum laufenden Taschenrechner und beeindrucke alle Deine Lieben J

Lösungen Teilbarkeit: a: 2 – b: 3, 6 – c: 2, 4, 8 – d: 5 – e: 2, 3, 6 – f: 2,4,8 – g: 3, 9

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Gehirntraining durch Kopfrechnen – die perfekte Symbiose

Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG, Master of Mathematics UZH

 

Mehr Leichtigkeit im Alltag durch Kopfrechnen! Entweder man liebt es, oder man hasst es. Bereits in der Kindheit sind wir immer wieder mit Aufgaben konfrontiert, bei denen wir irgendetwas zusammen rechnen müssen. Oder voneinander abziehen. Oder es multiplizieren und durcheinander teilen. Wir lernen, an unseren Fingern abzuzählen. Und in dieser Zeit wünschen wir uns so sehr, einfach einen Taschenrechner benutzen zu können, weil das doch viel einfacher wäre…

Man sagt ja auch oft, dass Jungs es mit dem Kopfrechnen sehr viel einfacher hätten. Sie würden es einfach können, es sei ihnen in die Wiege gelegt. Mädchen dagegen hätten ihre Talente in Bereichen der Künste oder in Sprachen. Wie schön, dass das Leben nicht mit Schubladendenken zu beantworten ist.

Mathematische Fähigkeiten können nicht von den Genen vorgegeben sein, auch wenn man seit langem versucht, fehlende Freude an Mathematik dadurch zu erklären. Beweisen konnte es bis heute niemand (s. a. meinen anderen Artikel zur Studie des Mathe-Talents). In meiner Tätigkeit als Mathe-Gymnasiallehrer erlebe ich das immer wieder. Egal, ob weiblich oder männlich, rechnen lernen ist keine Frage des Geschlechts. Vielmehr ist es eine Frage der Bereitschaft, sich auf die Welt der Zahlen und das Lernen generell einzulassen.

 

Schlauer mit Kopfrechen-Übungen

Mit den richtigen Übungen ist Kopfrechnen sogar um ein Vielfaches effektiver. Ganz gleich, in welcher Phase Ihres Lebens Sie sich gerade befinden: Kopfrechnen ist für den Alltag eine wunderbare Sache. Manche von Ihnen müssen sich bestimmt auch schulisch oder beruflich damit „herumplagen“. Aber auch außerhalb dieser Verpflichtungen gibt es nur Vorteile… Wenn andere erst einmal ihren Taschenrechner suchen oder das Mobiltelefon aus der Tasche kramen müssen, können Sie – später sogar mühelos – einfach das Ergebnis nennen. Und: jeder wird Sie auch noch dafür bewundern! Besonders effektiv funktioniert das Kopfrechnen mit Arbeitsblättern, also Übungen die spezielle Kopfrechenaufgaben beinhalten. Solche Arbeitsblätter finden man im Internet auch teilweise kostenlos.

Kopfrechnen bringt einfach nur Vorteile

Oder fällt Ihnen irgendein Nachteil ein? Außer, dass die Batterien für den Taschenrechner nun unbenutzt im Schrank rumliegen, da wir sie nicht mehr brauchen? Und dieses Argument ist ja nun sehr weit her geholt…

Kopfrechnen erleichtert den Alltag. Wenn Sie gerade für die Matura-Prüfung lernen, können Sie einzelne Rechenschritte ganz schnell im Kopf lösen und sparen eine Menge Zeit. Und auch im Alltag sind Sie in der Lage, Ergebnisse grob abzuschätzen, Wahrscheinlichkeiten auszurechnen, Dinge zu überschlagen oder auch Transferleistungen in den Bereich der Physik zu erbringen.

Bei regelmäßigem Kopfrechen-Training kommt es zu vielen positiven Effekten:

  • Aufgaben lösen und Nachdenken funktioniert immer schneller;
  • Zahlen werden verständlich und sind nicht mehr mit komplizierten Denkvorgängen verbunden;
  • Unbekannte Situationen können schneller erfasst werden;
  • Motivation, Konzentration und zuletzt auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten werden eindeutig erhöht!

Zwar wäre es am besten, wenn wir alle so früh wie möglich damit beginnen würden, unsere Kopfrechen-Fähigkeiten zu trainieren, aber im Grunde ist es völlig egal! Es ist niemals zu spät, seine grauen Zellen zu trainieren. Es spielt also keine Rolle, ob Sie für die Schule lernen und es sich zum Ziel gesetzt haben, dem Stoff im Mathematik-Unterricht zu begreifen oder ob Sie bereits mitten im Leben stehen und sich den Alltag einfach ein bisschen erleichtern wollen.

Weitere Artikel dazu: Arbeitsgedächtnis und Schulerfolg, Kopfrechnen wichtig für Jugendliche

Matheaufgaben trainieren den Kopf

Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten als Matheaufgaben den Kopf zu trainieren. Aber ich muss gestehen, dass das Kopfrechnen von Matheaufgaben eine der schnellsten und am leichtesten in den Alltag integrierbare Möglichkeit ist. Kopfrechnen können Sie immer und überall. Auch beim wöchentlichen Poker-Treffen mit den Freunden können Sie Wahrscheinlichkeiten berechnen und sich somit nicht nur auf das liebe Glück verlassen. Klingt gut, oder?

Es gibt ja auch noch etwas wie die Altersvorsorge für unser Gehirn. Auch diesen Aspekt dürfen wir nicht aus dem Auge lassen. Unser Oberstübchen ist von Natur aus eher träge, teilweise sogar faul. Evolutionsbedingt war es nötig, mit der Energie sparsam zu haushalten. Und das tun wir bis heute, zumindest viele von uns… Unser Gehirn hat leider den Haken, dass es sich nicht weiterentwickelt – teilweise sogar zurückbildet – wenn wir es nicht nutzen. Bei regelmäßiger Benutzung (also gutem Training) werden jedoch neue Hirnzellen und neue Synapsenverbindungen geschaffen. So können wir bis in hohe Alter hin klar denken! Und sogar Krankheiten, wie bspw. Alzheimer, aufhalten.

Aber warum nun unbedingt Kopfrechnen trainieren?

Gibt es keine anderen Möglichkeiten, die uns nicht an unschöne Momente in der Kindheit erinnern? Die gibt es bestimmt. Aber das Kopfrechnen hat einfach zu viele Vorteile!

Erinnern Sie sich an das kleine und das große Einmaleins? Sehen Sie diese Multiplikationstabellen noch vor sich? Wissen Sie noch, wie Sie in Sekundenschnelle die Antwort geben konnten, wenn Sie gefragt wurden, was 7*8 ist? Und heute? Geht es immer noch so schnell, oder müssen Sie eine Weile nachdenken? Oder eventuell sogar zum Taschenrechner greifen? Sie sehen also, es ist einfach eine Frage der Übung. Und mit dieser Übung können Sie Ihre Mitmenschen nachhaltig beeindrucken! Stellen Sie sich die staunenden Blicke vor, wenn Sie ein wandelnder Taschenrechner sind… Auch an der Supermarktkasse wüssten Sie sofort, wenn Sie zu viel oder zu wenig Rückgeld herausbekommen haben. Sie können nach einem gelungenen Abend in Ihrem Lieblingsrestaurant die 10% Trinkgeld ganz einfach ausrechnen. Es wäre vieles so viel einfacher!

Vielleicht sind Sie an dieser Stelle ja schon ein bisschen motiviert, es einfach mal zu versuchen… Allerdings haben wir einen kleinen Mitbewohner in unserem Oberstübchen: den inneren Schweinehund! Dieser wird Ihnen vielleicht gerade ins Ohr flüstern, dass Sie noch niemals mathematische Fähigkeiten hatten und dass Sie es einfach aufgeben können. Das kann doch nie was werden. Oh doch! Mathe kann wirklich JEDER lernen, wenn er bereit ist, sich ein bisschen anzustrengen. Grüßen Sie Ihren inneren Schweinehund von mir: er hat einfach keine Ahnung!

Kopfrechnen ist wirklich reine Übungssache!

Ganz wirklich, das verspreche ich Ihnen! Alle Menschen, die gut mit Zahlen umgehen können, haben es geübt. Sie sind nicht auf die Welt gekommen und haben den geometrischen Umriss ihrer Windel berechnet. Ganz wirklich nicht!

Das Kopfrechnen ist im Gehirn mit dem Bereich des räumlichen Denkens verbunden. So, wie Sie einen Schritt nach links machen, um die Fernbedienung in die Hand zu  nehmen, können Sie auch einen Schritt nach vorne machen und sich mit dem Kopfrechnen anfreunden. Klingt doch gar nicht so schwer, oder? Andere Wissenschaftler fanden heraus, dass auch das Langzeitgedächtnis eine wichtige Rolle spielt. Sie kennen doch sicherlich Mathe-Genies, die manchmal im Fernsehprogramm auftreten. Sie berechnen die kompliziertesten Sachen innerhalb von kürzester Zeit. Zumindest scheint es so. Denn wirklich rechnen müssen diese Genies nicht mehr. Ihr Gedächtnis hat aber alle möglichen Zahlen und Kombinationen abgespeichert und somit müssen sie „nur“ noch in ihren Erinnerungen suchen, um die richtige Lösung zu erhalten. Ist ja fast noch einfacher, als die ganze Rechnerei…

Nun fragen Sie sich bestimmt, wie man denn nun lernt, schnell und sicher zu rechnen und damit auch noch die Fähigkeiten des Gehirns zu trainieren. Lassen Sie sich überraschen, genau das werde ich Ihnen im nächsten Artikel aufzeigen.

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Lernerfolg: Arbeitsgedächtnis entscheidender als IQ

Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG, Master of Mathematics UZH

In einer wissenschaftlichen Studie an der Universität California wollte man herausfinden, welche Bedeutung der Arbeitsgedächtniskapazität (engl. working memory) bzw. die kognitiven Fähigkeiten bzw. flüssige Intelligenz oder flüssiger IQ für den Lernerfolg in den grundlegendsten Schulfächern in der Unter- und Oberstufe der Volksschule hat.

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Konkret: Lesen, Textverständnis, Rechtschreibung und Rechnen. Man untersuchte fast 200 Schüler im Alter von 8 bis 13 Jahren über einen Zeitraum von zwei Jahren. Wieder prüfte man deren Arbeitsgedächtnis und IQ und verglich dann diese Werte mit den oben erbrachten Schulleistungen in den erwähnten vier Bereichen. Bei der Analyse der gemessenen Daten und dem Vergleich des Arbeitsgedächtnisses mit dem IQ bestätigte sich klar, dass der klassische IQ sehr wenig zur Leistungsvorhersage beitrug.

Das Arbeitsgedächtnis ist ein verlässlicher Prädiktor

Dagegen erwies sich das Arbeitsgedächtnis als verlässlicher Prädiktor der Schulerfolgsvoraussage. Ein gutes Arbeitsgedächtnis war der entscheidende Vorteil, der den Schülern zu guten Noten verhalf – unabhängig von ihrem sozialen Status. Diese Erkenntnisse sind Aufsehen erregend. In diesem Aufsatz werden wir den Hintergrund beleuchten und zeigen was dies für den zukünftigen Schulunterricht bedeutet.

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Während längerer Zeit galt der klassische IQ als einziger sicherer Prädiktor(Faktor der Vorhersage) für zukünftigen Schulerfolg. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Tracy Alloway der Universität California, kurz: FTAUC, hat dies nicht nur in Frage gestellt, sondern bewiesen, dass dies falsch ist!

In einer ausführlichen Studie an 200 Jugendlichen zwischen 8 und 13 Jahren wurde durch die FTAUC bewiesen, dass das Arbeitsgedächtnis  als verlässlicher Prädiktor für die zukünftigen erzielten Leistungen gilt und nicht der klassische IQ. Erstaunlich ist, dass die Voraussage zu nahezu 95% eintraf. Die Studie wurde dadurch erhärtet, dass die Voraussage auch nach rund 6 Jahren immer noch zutraf.

Die Kernaussage der Studie sagt folgendes: Jugendliche mit hohem klassischen IQ-Werten hatten kaum Vorteile gegenüber solchen, die eher durchschnittliche IQ-Werte besaßen, jedoch ein gutes Arbeitsgedächtnis. Klar im Vorteil sind durchwegs Schüler, die ein gutes Arbeitsgedächtnis besitzen.

An einem Beispiel soll erläutert werden wie sich die unterschiedlichen Kapazitäten des Arbeitsgedächtnis auswirken können.

Arbeitsgedächtniskapazität: Ein Beispiel

Nehmen wir zwei Schüler Marco und Marcel, beide mit einem überdurchschnittlichen IQ. Sei Marco der Schüler, der wesentlich eine geringere Arbeistgedächtniskapazität hat als Marcel. Das heißt der flüssige IQ von Marco ist geringer als der von Marcel.

Beide erhalten die Aufgabe auf der Basis der Satzgruppe des Pythagoras (konkret: Satz von Pythagoras, Höhensatz und Kathetensatz=Satz von Euklid) zwei sogenannte eingekleidete Aufgaben (Satzaufgaben) zu verstehen und das Vorgehen zu einer möglichen Lösung erklären. Beide Schüler können den Inhalt der drei Sätze formal etwa gleich wiedergeben. Das erzielte Resultat ist jedoch typisch: Während Marcel schnell den Inhalt und die korrekte Interpretation der Sätze in der Textaufgabe wieder erkennt und folglich auch zügig lösen, sowie am Schluss auch verständlich erklären kann, hat Marco bereits Mühe den Inhalt der Aufgabe zu verstehen und den Zusammenhang mit den vorgegebenen Sätzen zu erkennen. Marco konnte auf Anhieb auch keine Lösung erarbeiten und anschliessend nur mit Mühe das Resultat erklären.

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Das leistungsstärkere Arbeitsgedächtnis von Marcel erlaubt diesem die Aufgabe effizient zu lösen und auch zu erklären, wobei Marco dies nur mit großer Mühe kann und dies auch viel umständlicher. Dem aufmerksamen Lehrer fällt auf, dass genau diese Fähigkeiten zu vermitteln die große Herausforderung im Schulzimmer ist.
Das Team FTAUC fordert aus den gemachten Erfahrungen im Klassenzimmer das Arbeitsgedächtnis intensiv zu fördern und zu trainieren.

Arbeitsgedächtnis und Lernstörungen

Wo auch immer Sie in einem Klassenzimmer auftauchen, Sie werden wahrscheinlich immer ein bis zwei Schüler antreffen, die Lernstörungen aufweisen. Zu diesen Lernstörungen gehören vor allem ADHS, Dyslexie und Autismus. Alle drei Lernstörungen haben eine gemeinsame Basis: ein leistungsschwaches Arbeitsgedächtnis. Der Zusammenhang zwischen Lernstörungen und Arbeitsgedächtnis ist hoch komplex, was auch das FTAUC-Team erfahren musste. Viele Forschergruppen arbeiten intensiv an den Kausalitäten und Ursachen dieses Zusammenhangs. Eindeutig ist, dass es ihn gibt und dass ein verbessertes Arbeitsgedächtnis praktisch immer Linderung bringt.

Bedeutung des Arbeitsgedächtnisses für die Schule

Die Erforschung des Arbeitsgedächtnis und deren Erkenntnisse sind entscheidend für das Lernen und hat enorme Folgen für unsere Schulen; genauso für Bildung und Erziehung allgemein. Über das Arbeitsgedächtnis eines Schülers Bescheid zu wissen kann für Lehrer sehr von Vorteil sein. Ist es doch ein leistungsfähiges Instrument den Lernerfolg positiv zu beeinflussen und nötigenfalls die nötigen Schritte einzuleiten.

Flüssige Intelligenz und flüssiger IQ

Als Testinstrumentarium zur Messung der flüssigen Intelligenz oder flüssige IQ gibt es einerseits den LIE-KAI-Test von Neuronalfit, (hier kann die kostenlose App: LIE-KAI-Test geladen werden) und der in der Schweiz noch unbekannte AWMA-Test der FTAUC, der vor allem in California eingesetzt wird. Hier gilt es neu die Lehrpläne der Volksschulen nach arbeitgedächtnisfördernden Aufgaben und Konzepten zu durchleuchten und anzupassen. Eine sehr interessante aber auch lohnende Aufgabe für zukünftige Lehrer.

Studie: Wunderkinder haben ein extrem gutes Arbeitsgedächtnis

Während die eine Gruppe von Neuroforschern davon ausgeht, dass Wunderkinder eine genetisch günstige Disposition haben, geht die andere Gruppe davon aus, dass es besondere familiäre oder soziale Bedingungen sind, die Spitzenleistungen ermöglichen.

 

Vertreter der ersten Gruppe verweisen gerne auf den genialen Mathematiker Carl Friedrich Gauß, der aus einfachsten Verhältnissen stammend, zu einem der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit wurde. Wunderkindern wie Goethe oder Mozart hingegen, wurde schon in frühester Kindheit Privatunterricht erteilt, was eine Erklärung für deren großartigen Leistungen in Kindesalter sein könnte. Was trifft nun zu?

Die Faktoren, die Wunderkinder zu dem machen, wurden systematisch untersucht. Die Faktoren sind: Allgemeine Intelligenz; das Arbeitsgedächtnis, das ein spezieller Aspekt der Intelligenz darstellt (sogen. Gf-Faktor), oder eine Art von Autismus.

Aus früheren Forschungen ist bekannt, dass überdurchschnittlich viele Personen, die an Autismus (Asperger-Syndrom) leiden, hochbegabt sind. Die Wissenschaftler Joanne Ruthsatz und Jourdan Urbach haben 2012 insgesamt 8 Wunderkinder ausgiebig befragt und untersucht. Die befragten Kinder haben bereits mit 10 Jahren Großes geleistet, sei es in Kunst, Mathematik oder Musik. Um die klassisische Intelligenz und das Arbeitsgedächtnis zu testen, wurde der Stanford-Binet IQ-Test vorgegeben.

Fazit 1: Der IQ war nur relativ leicht erhöht, der ca 20% über dem Durchschnitt der Bevölkerung lag. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Wunderkinder zwar intelligent sind, jedoch nicht in dem Ausmaß, wie man es hätte erwarten können.
Fazit 2: Arbeitsgedächtnis (engl: working memory) lag im oberen Extrembereich.

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Bei der Analyse der Arbeitsgedächtnisse der Wunderkinder stießen die Wissenschaftler auf ein verblüffendes Ergebnis: Jedes einzelne der acht Wunderkinder besaß ein Arbeitsgedächtnis, das besser war, als jenes von 99% der Bevölkerung. Jedes der acht Kinder gehört somit zu dem einen Prozent der Bevölkerung mit dem höchsten Arbeitsgedächtnis. Wir erinnern uns dem Arbeitsgedächtnis kommt im Alltag eine Vielzahl von Aufgaben zu, und dient vor allem dazu, Informationen zwischen zu speichern und gleichzeitig mehrere Informationen im Kopf zu behalten und schnell wiederzugeben

Das Positive dieser Studie ist nicht unerwartet.

Arbeitsgedächtnis trainieren und verbessern

Auch wenn die meisten von uns vermutlich zu alt sind um ein Wunderkind zu werden, können wir doch unser Arbeitsgedächtnis durch regelmäßiges Trainieren massiv steigern. In vielen Studien wurde demonstriert, dass Gehirn-Training, wie es die GfG oder Neuronalfit anbietet, in der Lage ist, das Arbeitsgedächtnis dauerhaft und bedeutsam zu steigern. Für die Schulen ist diese Erkenntnis bahnbrechend. Dies führt zwingend zu neuen Trainingsmethoden im Schulunterricht. Rektoren und Schulleiter tun gut daran sich ausgiebig darüber Gedanken zu machen.

Nachhaltiges Gehirntraining hilft

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Dank Arbeitsgedaechtnistraining fit fuer die Schule: Teil II

 Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG, Master of Mathematics UZH

 

Arbeitsgedächtnis-Kapazität

Arbeitsgedächtnis-Kapazität in der Schule

Serie Teil 2:    Arbeitsgedaechtnistraining oder IQ? Was ist wichtiger für den Schulerfolg?

Der IQ… Jeder kennt ihn, den Intelligenz-Quotienten, jedoch kaum den Begriff Arbeitsgedaechtnistraining. Schon bei unseren Kindern wird er gemessen und getestet. Und das Ergebnis stand immer dafür, wie schlau jemand ist, oder eben auch nicht. Lange Zeit wurden die IQ-Ergebnisse auch als Vorhersagefaktor genutzt wie der schulische Erfolg später mal aussehen könnte oder würde. Aber ist dieser Wert wirklich so zentral für den Erfolg in der Schule? Wie die jüngere Forschung unter Alloway belegt ist die Arbeitsgedächtniskapazität oder Arbeitsgedächtnisleistung als Vorhersagefaktor aussagekräftiger und sicherer als der IQ. Dieser Artikel erklärt es!

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Ein „schlauer“ Mensch namens Alloway konnte daran auch nicht wirklich glauben. Also begannen Untersuchungen mit Kindern, die die Schule noch nicht besuchten. Der Intelligenz-Quotient sowie die Leistungen des Arbeitsgedächtnisses wurden getestet und gemessen, um sie anschließend mit den späteren Schulnoten zu vergleichen.

(Hier geht es zum Teil I )


Dabei kam zum Teil Verblüffendes heraus. Kinder, die einen durchschnittlichen IQ hatten, hätten eigentlich keine Probleme haben dürfen, dem Schulstoff zu folgen und mindestens durchschnittliche Noten zu erzielen. Aber wie es im Leben halt so ist, kam alles anders als gedacht. Einige Kinder mit einem hohen oder durchschnittlichen IQ bekamen im Laufe des Untersuchungszeitraums Probleme in der Schule und erreichten die ursprünglich erwarteten Noten. Das wiederum zeigt, dass der Intelligenz-Quotient und die Notenleistungen in der Schule nicht wirklich zusammenhängen konnten.

Also konzentrierte man sich nun auf die Arbeitsgedächtnis-Kapazität der Schüler und versuchte, zwischen diesem und den Schulnoten eine Verbindung herzustellen. Und siehe da… War die Leistung des Arbeitsgedächtnisses unterdurchschnittlich, hatten die Kinder Schwierigkeiten, dem Stoff zu folgen und halbwegs gute Noten zu erreichen.

Arbeitsgedächtnis-Kapazität

Ergebnis: Wenn wir vorhersagen wollen, wie die späteren Leistungen der Kinder in der Schule höchstwahrscheinlich aussehen werden, dürfen wir und nicht auf den IQ konzentrieren, sondern die Arbeitsgedächtnis-Kapazität sollte im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen!

 

Und es scheint fast unglaublich, aber… Wusste Alloway die Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses, so konnten die späteren Schulleistungen mit 95%iger Sicherheit vorhergesagt werden. Klingt ja fast wie der Blick in eine Kristallkugel. Nur die Treffsicherheit ist um einiges höher!

Also nochmal: der IQ ist eigentlich nebensächlich. Das Zauberwort lautet Arbeitsgedächtnis-Kapazität!

Wie Wissenschaftler nun mal so sind, mussten diese Ergebnisse aber noch mal überprüft und noch einmal bestätigt werden. Also fand eine weitere Untersuchung mit etwa 70 Schülern statt, bei der die zentrale Frage im Vordergrund stand, welche mentalen Fähigkeiten am wichtigsten für den Erfolg in den schulischen Grundlagen (Rechnen, Lesen & Verstehen und Schreiben) sind. Auch hier wurden wieder IQ-Werte und Arbeitsgedächtnis-Kapazität gemessen. Und auch hier war das Ergebnis eindeutig: der IQ spielt in Bezug auf die erreichten Noten nur eine nebensächliche Rolle. Es kommt auf die Arbeitsgedächtnis-Leistungen an!

In anderen internationalen Studien konnte außerdem herausgefunden werden, dass eine niedrige Leistung des Arbeitsgedächtnisses die Wahrscheinlichkeit für eine Lese- und Rechtschreibschwäche erhöht. Gleiches wurde auch für den Bereich des Rechnens bestätigt. Und es erscheint auch mehr als logisch. Unser Arbeitsgedächtnis ist dafür zuständig, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Wenn beides nicht sonderbar gut funktioniert, wie sollen dann bspw. Textaufgaben im Mathematik-Unterricht richtig gelöst werden? Wenn schriftliche Informationen auf eine mathematische Gleichung übertragen werden sollen, hat unser Arbeitsgedächtnis einfach eine Menge zu tun. Zahlen aufnehmen, Daten aufnehmen, den Text richtig verstehen, die Wörter auf Zahlen übertragen und ganz viel logisches Denken. Wenn das Arbeitsgedächtnis nicht auf Hochtouren arbeitet und wie ein Uhrwerk funktioniert, kann auch die mathematische Lösung nicht wirklich richtig sein… Diese Verbindung zwischen der Arbeitsgedächtnis-Kapazität und den Leistungen im Bereich Mathematik wurden noch von einigen anderen Wissenschaftlern eindeutig belegt.

Zusammenhang zwischen Arbeitsgedächtnis und Sprachenlernen

Andere Forscher beschäftigten sich mit dem Zusammenhang zwischen Arbeitsgedächtnis und dem Erlernen einer neuen Sprache. Und auch hier ist die Arbeitsgedächtniskapazität der zentrale Faktor. Wenn wir eine neue Sprache lernen, müssen wir sehr viel vergleichen und transferieren. Wenn das Verständnis eines Textes in der Muttersprache schon schwer fällt, ist es bei einer fremden Sprache bestimmt nicht besser. Außerdem müssen unzählige neue Vokabeln gelernt werden, das Arbeitsgedächtnis muss in der Lage sein, andere grammatikalische Regeln zu verstehen und diese parallel zur Grammatik der Muttersprache abzuspeichern. Und das Ganze auch noch, ohne alles durcheinander zu bringen. Und ohne bereits Gelerntes einfach zu löschen. Eine große Aufgabe für das Arbeitsgedächtnis. Und je „stärker“ es ist, umso leichter fallen diese Aufgaben.

Ganz besonders heikel wird es für Kinder, die sowohl einen niedrigen IQ, als auch ein eher unterdurchschnittliche Arbeitsgedächtnisleistungen zeigen. Ein niedriger IQ kann im Bereich der schulischen Leistungen gut ausgeglichen werden. Mit einer schlechten Arbeitsgedächtnis-Kapazität geht das leider nicht. Ohne sie sind wir nicht in der Lage zu lernen. Oder nur unter sehr erschwerten Bedingungen. So kann Lernen doch gar keinen Spaß machen, oder?

Arbeitsgedächtnis-Kapazität

Wenn wir den Spieß aber nun mal herum drehen… Was ist mit den „hochbegabten“ Kindern? Hochbegabung wird schließlich auch am IQ gemessen und nicht an der Arbeitsgedächtnis-Kapazität. Mindestens 130 IQ-Punkte müssen wir haben, um als hochbegabt zu gelten. Dann gelten wir nämlich als besonders schlau. Aber hilft das Kindern in der Schule? Sind die Hochbegabten auch gleichzeitig immer die Klassenbesten? In der Realität eindeutig nicht. Viele Eltern versuchen, ihre hochbegabten Kinder besonders zu fördern. Denn viele würden sich im normalen Schulalltag einfach  nur langweilen und würden daher eher schlechte Noten schreiben.

Hochbegabung

Auch unter Wissenschaftlern ist das Thema „Hochbegabung“ ein sehr oft erforschtes Gebiet. Einer von ihnen startete eine Langzeitstudie. Arbeitsgedächtnis-KapazitätViele der hochbegabten Kinder machten eine steile Karriere als Anwälte oder Ärzte. Aber nicht alle. Einige fanden sich im späteren Berufsleben auch in Helfertätigkeiten wieder, für die keine spezielle Ausbildung erforderlich ist. Aber warum ist das so? Ich denke, Sie können sich die Antwort bereits denken…

Zwar hatten alle untersuchten Schüler einen hohen IQ, aber nicht alle hatten eine hohe Arbeitsgedächtnis-Kapazität. Und genau hier auch die Erklärung zu finden, warum manche ihr Leben lang erfolgreich waren und andere eben nicht.

Zur Verdeutlichung ein kleines, typisches Beispiel:

Lisa und Marie besuchen dieselbe Klasse desselben Gymnasiums. Sie sind also ungefähr im gleichen Alter und beide haben einen IQ, der etwas über dem Durchschnitt liegt. Sie besuchen beide den Spanisch-Unterricht, schreiben oft gute Noten, vor allem wenn ein Vokabel-Test oder ähnliches anliegt.

Als in einer Klausur jedoch verlangt wird, ein bestimmtes geschichtliches Ereignis mit der Entwicklung zum heutigen Spanien und dem spanischen Staatsverständnis miteinander in Verbindung zu bringen, wird der Unterschied sehr deutlich. Genügend Faktenwissen über die Geschichte Spaniens haben beide. Lisa fällt es auch nicht schwer, die für die Fragestellung relevanten Informationen abzurufen und sie mit dem heutigen Spanien in Verbindung zu setzen. Ihr Arbeitsgedächtnis funktioniert sehr gut, sodass ihr diese Aufgabe sehr leicht fällt. Die Note lautet: 6!

Marie hingegen fällt das alles sehr schwer. Zwar weiß sie alle Jahreszahlen und die Namen aller Beteiligten, aber das schlussfolgernde Denken und die Übertragung bzw. der Vergleich von abgespeichertem Wissen auf das heutige Spanien ist für sie sehr anstrengend. Sie besteht die Klausur, aber mit ihrer 4er-Note ist sie so gar nicht zufrieden.

Wir sehen also, der IQ ist nicht alles. Vielleicht mag ein hoher IQ oft sehr hilfreich sein, aber ein Garant für gute schulische Leistungen ist er leider überhaupt nicht. Auch, wenn sehr lange Zeit davon ausgegangen wurde. Auch eine Hochbegabung ist deshalb kein aussagekräftiger Faktor für einen guten Schulerfolg.

Wollen wir hierauf bei der Förderung unserer Kinder Rücksicht nehmen, muss ein generelles Umdenken stattfinden. Der IQ kann zwar gemessen werden und das Ergebnis beruhigt mit Sicherheit auch viele Eltern. Aber zum schulischen und somit später auch beruflichen Erfolg trägt er nicht sonderbar viel bei. Hier muss die Konzentration absolut auf der Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses liegen! Und wir wissen ja mittlerweile auch, dass unser Arbeitsgedächtnis kein festes und unveränderliches Konstrukt ist. Durch nachhaltiges Arbeitsgedächtnis-Training und eine gesunde Lebensweise kann die Leistungsfähigkeit deutlich verbessert werden.

Fazit:

Vielleicht sollte also die klassische Idee von nur Mathe- oder Englisch-Nachhilfe langsam begraben werden. „Arbeitsgedächtnis-Nachhilfe“ könnte unsere Schüler viel einfacher und schneller zum Erfolg führen. Und zwar nicht nur in einem bestimmten Fach, sondern ganz generell und umfassend.

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