9 goldene Tipps zum Studienstart

Willkommen im Studium der Mathematik oder Physik an der ETHZ bzw. UZH
Marcel Liechti, Gehirntrainer GfG, Master of Mathematics UZH

Liebe(r) „Ersti“! Genau an diesen Namen solltest Du Dich in der nächsten Zeit gewöhnen. So werden nämlich alle „frischen“ Studenten, die sich im Erstsemester befinden, liebevoll genannt. Ich beglückwünsche Dich zu Deiner Entscheidung, ein Mathematik- oder Physik-Studium aufzunehmen. Du hättest Dich auch für ein anderes Studien-Fach begeistern können, aber offensichtlich stehst Du auf Herausforderungen. Um genau diese erfolgreich zu meistern, möchte ich Dir hier eine kleine Einstiegshilfe zur Hand geben.

Durch meine Tätigkeit als Mathe-Coach habe ich unzählige Studenten und Studentinnen kennengelernt und gecoacht. Ich kenne also die Befürchtungen, Ängste und Sorgen vor und während des Studiums sehr genau. Da ich aber ein äußerst großer Mathematik- und Naturwissenschafts- Fan bin, möchte ich Dir ein paar dieser Sorgen nehmen, damit Du Dich voll und ganz auf Dein Studium und Deine beruflichen Ziele – sofern sie schon konkret vorhanden sind – konzentrieren kannst. Versuche, die folgenden neun Tipps in die Tat umzusetzen und Du wirst sehen, dass alles nur halb so schlimm wird, wie Du es dir gerade ausmalst.

Tipp 1: Sei offen!

Studienbeginn: Dein erster Tag an der Hochschule. Alles ist neu. Du bist zwar für Deinen Mathe- oder Physik-Studiengang eingeschrieben, aber einen wirklichen Plan hast Du noch nicht. Neue Umgebung. Neue Menschen. Ein ganz neuer Lebensabschnitt. Die Schule ist vorbei. Aber irgendwie stellt man sich ein Studium ja auch ein bisschen wie Schule vor. Ein paar feine Unterschiede gibt es aber! Der Stoff ist sehr viel spezieller und somit auch anspruchsvoller, Du musst Dich selber organisieren und sehr viel Disziplin an den Tag legen. Damit bist Du aber nicht alleine.

Schau Dich um, schau wer mit Dir im Hörsaal sitzt. Alle diese jungen Menschen sitzen in genau der gleichen Situation und machen sich genau die gleichen Gedanken wie Du. Versuche, alles mit Neugier zu beobachten, sei offen für die Menschen um Dich herum und für Dein neues Leben. Alles andere wird sich mit der Zeit schon erklären und irgendwann zur absoluten Normalität werden.

Tipp 2: Finde Anschluss!

Bestimmt hast Du schon viele Geschichten über berühmt-berüchtigte Studentenpartys gehört. Und genau so, wie man alleine nur sehr schwer feiern kann, kann man alleine ein ganzes Studium durchziehen. In vielen Seminaren gibt es Gruppenarbeiten und auch Lerngruppen haben sich bewährt, um den vielfältigen Stoff zu verstehen. Am besten schaust Du, wer ähnliche Vorlesungen und Seminare besucht wie Du, wer ungefähr auf Deinem Kenntnis-Niveau ist und wer Dir menschlich sympathisch ist. Eine dauerhafte Über- oder Unterforderung würde genauso wenig erfolgsversprechend sein, wie eine Lerngruppe, in der Du Dich menschlich so gar nicht wohlfühlst.

Aber es darf während eines Studiums auch nicht NUR alles ums Lernen gehen. Finde Freunde, feiere Partys und hab zum Ausgleich einfach eine Menge Spaß. Und falls es dann doch mal ein bisschen komplizierter wird, zögere nicht, Dir einen professionellen und fähigen Mathe-Coach zu suchen. Eine gute Adresse ist diese: www.mathematik-lernen.ch

Tipp 3: Mach die Aufgaben!

Zugegeben, es ist verlockend… Wöchentliche Übungsblätter, die kompliziert sind und Dir Deine kostbare Freizeit rauben, sind nicht gerade hoch im Kurs. Allerdings solltest Du Dir sehr gut überlegen, wie Du mit ihnen umgehst. Abschreiben ist die einfachste Variante. Wenn in Deinem Kopf der Gedanke aufkommt: „Boah, nee, das ist mir alles zu kompliziert, irgendwer anders wird die Lösung schon herausbekommen haben, wozu soll ich mich hier noch anstrengen?“ dann – ja genau dann – solltest Du an meine Worte denken. Abschreiben hilft zwar Deier Faulheit, aber nicht dabei, Deine Ziele zu erreichen.

Du solltest Dich wirklich mit den Übungsblättern auseinandersetzen, versuchen, sie zu bearbeiten und vor allem versuchen, sie zu verstehen. Gerade im ersten Semester werden in der Physik und Mathematik die wichtigsten Grundlagen gelehrt. Wenn Dir diese später fehlen, wird Dir vermutlich der Spaß an Mathe und Naturwissenschaften vollkommen vergehen. Versuch es bitte, von der anderen Seite zu sehen.

Gerade zu Beginn des Studium ist wichtig: Triff Dich mit deiner Lerngruppe, diskutier über die Aufgaben. Ja, richtig gelesen, diskutieren! Dabei kommen immer wieder neue Inputs und das fachliche Verständnis wächst. Es könnte auch eine Art Wettkampf entstehen, wer der Mathe-Profi unter euch wird. Und wenn Du verzweifelst an einer Aufgabe, dann verzweifelst Du zumindest nicht alleine. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es vor allem darum geht, über seine eigenen Grenzen herauszuwachsen und sich auch immer wieder selber mit seinen neu entdeckten Fähigkeiten zu überraschen. Von mir aus kannst Du auch nebenbei ein Glas Wein oder ein Bierchen trinken, aber – egal was komme – bearbeite die Übungsblätter!

Tipp 4: Frag!

Was immer Du wissen möchtest, was immer Du wissen musst, was immer Du wissen kannst: Stelle Fragen bis zum Umfallen! Wer keine Fragen hat, hört sich den Stoff einfach nur an, ohne weitergehend daran interessiert zu sein. Sei aufmerksam, denk mit, sei kritisch und teile Deine Ideen mit, wann immer sich die Gelegenheit ergibt. Professoren haben Sprechstunden, die genau für solche Fragen da sind. Scheue Dich also nicht, sie aktiv zu nutzen. Wenn Dir der Weg in die Uni zu anstrengend ist, dann beweg wenigstens Deine Finger und stelle Deine Fragen per Email. Niemand wird Dich verurteilen, niemand wird von Dir genervt sein. Auch nicht während Vorlesungen oder Seminaren. Die Uni ist zum Lernen da. Und wer mehr fragt, erfährt viel mehr!

Tipp 5: Freunde Dich mit Fachliteratur an!

Natürlich wirst Du viele Stunden in den nächsten Jahren in Vorlesungen verbringen.

Allerdings ist es keinem noch so guten Prof möglich, auf alle Facetten eines Themas der Mathematik oder Physik einzugehen. Dafür ist die Masse an Informationen und Lernstoff einfach viel zu groß. Und es kann auch einfach mal sein, dass man mit der Art des Erklärens nicht zurecht kommt und am Ende einer Vorlesung noch mehr Fragezeichen vorhanden sind als vorher. Da kann ein gut geschriebenes Buch manchmal Wunder wirken. Sei also interessiert und sei auch bereit, Dir das Knowhow über Fachliteratur anzueignen. Ja, ich weiß, das klingt öde. Aber gehört nun mal dazu. Ein Studium ist nicht nur dazu da, irgendwann und irgendwie einen Abschluss in der Tasche zu haben und möglichst bequeme Jahre zu haben. Auf die Eigeninitiative kommt es an.

Tipp 6: Achte auf Deine Freizeit!

Was? Freizeit? Im Studium? Ja, ganz genau, ganz wichtiges Thema! Ein Mathe- oder Physikstudium ist nicht nur zeitlich sehr intensiv, sondern auch ziemlich anstrengend. Genau deswegen solltest Du immer dafür sorgen, genug Freizeit zu haben, um Dir einen Ausgleich zu schaffen. Wenn es eines Nachts soweit sein sollte, dass Du von Mathe- oder Physikformeln träumst, weißt Du, dass Du es übertrieben hast.

So sehr ich beruflichen Ehrgeiz schätze, so sehr schätze ich auch einen ausgeglichen und zufriedenen Lebensstil. Okay, sollte Mathe oder die Naturwissenschaft Physik schon immer Dein größtes Hobby gewesen sein, dann überspring die nächsten Sätze einfach und sauge alles an Wissen in Dich auf. Wenn Dein Herz dafür brennt, dann folge ihm. Solltest Du allerdings eher ein „Durchschnitts-Student“ sein, dann achte darauf, Dir genügend Zeit für Deine Hobbies zu nehmen. Geh raus, treibe Sport, triff Dich mit Freunden und tu, was immer Dir Spaß macht. Die Bücher und Aufgabenzettel laufen nicht vor Dir weg und liegen auch in ein paar Stunden noch zur Bearbeitung auf Deinem Schreibtisch.

Tipp 7: Sei ehrlich zu Dir selbst!

Studienbeginn: Oft geht man mit Vorstellungen in ein Studium, die sich hinterher nicht bewahrheiten. Manchmal hat man Ängste, die sich hinterher als völlig unnötig herausstellen. Manchmal merkt man auch, dass ein Mathe- oder Physikstudium sehr viel zeitintensiver ist, als man sich das vorher vorgestellt hat. Und manchmal merken Studenten auch, dass sie das falsche Studienfach gewählt haben. Nicht, weil sie dumm sind, sondern einfach nur, weil Mathe und Physik nicht zu ihnen passt. Nicht jeder kann ein(e) gute(r) Mathematiker(in) oder ein(e) exzellente(r) Physikerin werden. Dann wären viele andere Berufe wohl bereits ausgestorben. So unterschiedlich die Menschen sind, desto unterschiedlicher sind auch die Vorlieben. Und solltest Du irgendwann merken, dass Du Dich einfach nur noch von Tag zu Tag quälst und einfach absolut keine Lust mehr hast, Dich mit Mathe oder Physik zu beschäftigen, dann solltest Du absolut ehrlich zu Dir selbst sein. Vielleicht würde aus Dir ein(e) erfolgreiche(r) Architekt(in) werden.

Oder ein(e) einfühlsame(r) Psychologe/in. Höre in Dich hinein und höre auch auf Deinen Bauch. Allerdings muss ich dazu sagen, dass Du eine Entscheidung über ein Studiengangwechsel nicht übereifrig oder verführt treffen solltest. Jeder hat mal schlechte Tage, jeder hat Themen, die einfach nicht in den Kopf hinein gehen wollen. Vielleicht hast Du Dich auch einfach nicht auf „Dein“ Thema spezialisiert und die Differentialgleichungen, um die Du bisher einen großen Bogen gemacht hast, liegen Dir sehr viel besser als Stochastik. Generell gilt: Sei achtsam, überlege gut und beachte auch die Konsequenzen. Achte aber nicht (nur) auf die Meinung von Anderen. Nur Du musst Dein Leben leben und nur Du musst damit glücklich sein.

Tipp 8: Lerne konstant!

Vielleicht bist Du aus dem Gymnasium noch etwas „verwöhnt“, wenn es um das Thema „Lernen für Klausuren“ oder Prüfungen geht. Die Taktik, erst kurz vor der Prüfung alle Informationen regelrecht ins Kurzzeitgedächtnis zu prügeln, hat bisher vermutlich immer bestens funktioniert. Es tut mir leid, Dich nun enttäuschen zu müssen, aber diese Zeiten sind vorbei. Wenn Du in den Fächern Mathematik oder Physik eine gute Prüfung ablegen möchtest, musst Du von Anfang an bis zum bitteren Ende lernen. Lernen, lernen, lernen.

Während der Vorlesungen zuhören, die Inhalte zu Hause oder in Deiner Lerngruppe nacharbeiten, fehlende Infos aus der Fachliteratur beziehen und die geliebten Übungsblätter durcharbeiten. Stures Auswendiglernen kurz vor einer Prüfung wird Dir in Zukunft leider nicht mehr helfen. Es geht um das Verstehen! Hast Du ein mathematisches oder physisches Thema voll und ganz verstanden, bist Du in der Lage, auch unbekannte Aufgaben zu lösen. Und genau darauf kommt es an: Transferleistungen. Gönn Dir ruhig zwischendurch kleine Auszeiten. Aber bitte bleib immer am Ball.

Tipp 9: Denke über einen Mathe-Coach nach!

Vielleicht gelingt Dir das Lösen von Aufgaben fast von alleine. Vielleicht bist Du immer in der Lage, neue Inhalte schnell zu verstehen und anzuwenden. Vielleicht fällt Dir das Mathe- oder Physikstudium überhaupt nicht schwer. Vielleicht zählst Du damit aber auch nicht gerade zum Durchschnitt. Solltest Du also irgendwelche Schwierigkeiten bemerken, zögere nicht, Dir einen erfahren Mathe-Coach zu suchen. Lieber zu früh, als zu spät, da gerade zu Beginn wichtige Grundlagen erlernt werden müssen. Ich muss leider auch dazu sagen, dass es nicht ganz so einfach ist, einen wirklich guten, pädagogisch erfahrenen Mathe-Coach zu finden. Wenn dieser sich dann auch noch gut mit der Prüfungsvorbereitung auskennt, ist das eigentlich schon ein Sechser im Lotto. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert, denn ein Mathe- Coaching kann Dir viele Vorteile bringen:

  • Dir wird effizient und konkret bei Mathe-Physik-Problemen geholfen.
  • Du wirst fokussiert! Der Prüfungsstoff lässt sich auf 30% reduzieren. Man muss
    nur wissen, wie diese 30% aussehen.
  • Dir wird gesagt, welche Vorlesungen Du besuchen musst, da viele inzwischen
    auch als Podcast zur Verfügung stehen.
  • Du lernst sehr frühzeitig nur prüfungsrelevanten Stoff und der Coach hält Dir
    unnötiges Lernen vom Leibe.
  • Du lernst Inhalte aus alten Prüfungen, denn der Coach weiß Bescheid.
  • Die Kosten, die nicht ganz gering sind, lohnen sich allemal. Schließlich kannst Du sehr viel Lebenszeit und auch Nerven sparen.

So, ich denke, Du bist nun gut gewappnet, um die erste Zeit an der Uni erfolgreich zu bestehen und zu überstehen. Bleib positiv und glaube an Dich! Ich wünsche Dir maximalen Erfolg!